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Garstige Bücher


Nach-Lese

 

Wenn sie mich doch erst lesen würden, bevor sie mich verdammen.

Giordano Bruno

 

"Unter die größten Entdeckungen, auf die der menschliche Verstand in den neuesten Zeiten gefallen ist, gehört meiner Meinung nach wohl die Kunst, Bücher zu beurteilen, ohne sie gelesen zu haben." Lichtenberg

 

Bücher bleiben sich gleich (Bearbeitung und Zensur einmal ausgenommen). Wir, die Leser, ändern uns, und die Zeiten ändern sich mit dem, was Zeitgeist heißt, aber doch immer nur den jeweils herrschenden Irrtum benennt. Der Glaube, daß wir heute nun endlich zur „richtigen“ Deutung eines literarischen Werkes gelangt sind, ist einem jedem Zeitgeist eigen. Wir sollten ruhig zugeben, daß wir als Leser und Zeitgenossen immer befangen sind. Eben das ist ja das Fesselnde und Lebendige an Literatur.

Bücher, die uns als Kinder begeisterten, langweilen uns im mitunter im Alter und umgekehrt. Das gleiche Buch können wir sehr unterschiedlich erleben. So geht es nicht nur dem einzelnen, sondern auch Lesegemeinschaften.  Was einst hochgelobt oder hoch gelobt war, geht unter. Nichts Kurzlebigeres als Bestsellerlisten.  Und einige werden in die Schmuddelecke gestellt – man nennt sie noch als böses Beispiel, liest sie aber nicht mehr. Aber oft lohnt es sich doch, mit den Schmuddelkindern zu spielen. Und manchmal sind gepriesene Musterbücher und -kinder ziemlich unangenehme Typen. Und manchen ehemaligen Klassenprimus will man jetzt gar nicht mehr kennen.

 

Wo alle tadeln, muß man prüfen. (Konfuzius)

Wo alle loben, auch.







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